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St. Veit/Unser Lieben Frauen in Bremen – kein Anhalt für eine Basilika vor der Hallenkirche


Der heutige Bau der Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen wurde von Erzbischof Gerhard II. aus dem Hause der Herren zu Lippe initiiert, der wahrscheinlich auch 1220 das Patrozinium von St. Vitus (Veit) auf die heilige Maria änderte. Das Gebäude wurde bei dem Bau der Hallenkirche außer dem Nordturm und etwas Wand auf dem Beinkeller völlig neu errichtet. Seit den 1870er Jahren veröffentliche Vermutungen zu den Vorgängerbauten waren stark von ungenauer Lektüre der Textüberlieferung inspiriert.1 2 3

Gliederung:

1. – Schriftquellen
1.1. – Adam von Bremen
1.2. –
Urkunden
1.3. –
Dilich-Chronik
1.4. –
Fazit
2. – Baubefunde
2.1. –
Vorbemerkungen
2.2. – Technische Untersuchungen
2.3. – Grundriss
2.4. – Fenster
2.5. – Nordwand innen
2.6. – Nordfassade
2.7. – Nördliche Ostwand innen
2.8. – Nördliche Ostfassade
2.9. – Ostwand des inneren Südschiffs innen
2.10. – Südliche Ostfassade
2.11. – Anschluss des äußeren Südschiffs
2.12. – Südturm
2.13. – Beinkeller
2.14. – Gewölbe der Vierstützenhalle
2.15. – Nordturm
3. – Fußnoten



Anschluss des vorderen Westjochs
an der Nord-Ost-Ecke des Südturms

Schriftquellen

Die Quellenrecherche für die hier vorliegende Darstellung erreicht bei weitem nicht den Umfang, den Uwe Bölts für seine 1992 vorgelegte Magisterarbeit Die Baugeschichte der Liebfrauenkirche in Bremen4, Zusammenfassung in dem 2002 von Dietmar on Reeken herausgegebenen Buch Unser Lieben Frauen5 erreicht hat. Erneut ausgewertet wurden hier nur wenige Textstellen, deren genaue (oder weniger genaue) Betrachtung aber entscheidend für die Vorstellungen über die Baugeschichte der Liebfrauenkirche ist.

(1.1.) Adam von Bremen:
Die Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum wurden 1075/1076 geschrieben und Adalberts Nachfolger Liemar überreicht. Letzte Nachträge soll Adam 1080/81 vorgenommen haben.

Über Willerich, den von 804 oder 805 bis 837 amtierenden Nachfolger des Gründungsbischofs Willehad schrieb Adam von Bremen in Buch I, Cap. XVIII, er habe in Bremen drei Kirchenerrichtet, dabei den hölzernen Dom durch einen steinernen ersetzt und den Leichnam Willehads in die von ihm errichtete südliche Kapelle umgelagert. Über Willerichs dritte Kirche gibt es keine näheren Angaben.6.a

Über Libentius schrieb Adam in Buch II, Cap. XXXIII, wegen der zahlreichen Überfälle von «pyratae» seien „waren alle Städte Sachsens in Gefahr“, «in metu erant omnes Saxoniae civitates» und „er unternahm es, Bremen selber mit einem sehr starken Wall zu schützen“, «ipsa Brema vallo muniri cepit firmissimo». Seither gab es also die Bremer Domburg.6.b

Erzbischof Unwan (Amtszeit 2. Februar 1013 bis † 27. Januar 1029) habe Kapitel XLVIII zufolge in der ganzen Diözese Kirchen aus Heiligen Hainen (also deren Holz) errichten lassen, darunter in Bremen die «basilica sancti Viti» außerhalb des «oppidum» erbauen und die abgebrannte Willehadikapelle reparieren lassen.6.c
Da es zu Adams Zeit noch keine etablierte Bauterminologie gab, ist «basilica» wohl als „große Kirche“ zu verstehen, als Hinweis auf einen deutlichen Größenzuwachs gegenüber der dritten Kirche Willerichs. Die Betonung «extra oppidum» ist wohl am ehesten als „außerhalb der Domburg“ zu deuten, da innerhalb derselben der Dom und die Willehadikapelle standen. Die Wortwahl «oppidum» ist ungewöhnlich, da den keltischen «oppida» (Vor-Städten) des Altertums nicht minder die weltliche Siedlung neben der Domburg entsprochen hätte. Aber im nächsten Satz heißt es: «aggerem Bremensis oppidi firmaturn». Da die Befestigung um die weltliche Marktsiedlung erst ab dem folgenden Jahrhundert angelegt wurde, Landwehren noch später, steht der Satz für eine Verstärkung der Befestigung „des Geländes der Domburg“. In einer Zeit, da die Inseln zwischen der Balge und dem Hauptstrom der Weser noch nicht künstlich erhöht worden waren und auch die militärische Bedrohung vom Wasser her nicht geringer war als zu Lande ist nicht anzunehmen, die weltliche Siedlung neben der Domburg habe nur an der Balge gelegen. Andererseits brauchte Unwan für die Errichtung einer neuen großen Kirche auch ausreichend Platz. Eine Bedeutung wie „außerhalb des Fleckens“ ist nicht ganz auszuschließen.
Es ist zwar gewiss, dass Unwans Kirche schon an der Stelle der heutigen Liebfrauenkirche stand, aber aus Adams Worten wird nicht klar, ob sie an derselben Stelle stand, wie Willerichs dritte Kirche.
Aus der Wortwahl «basilica» auf eine Bauform Basilika von Unwans Veitskirche zu schließen, wäre überinterpretiert. Daraus Schlüsse auf die Bauform von Kirchen zu schließen, die nach Abschluss von Adams Schriftwerk errichtet wurden, war weit entfernt von einer wissenschaftlichen Auswertung historischer Textquellen. Außer für die aus dem Holz heiliger Haine errichtete Kirche Unwans kommt die Bezeichnung «basilica» in mittelalterlichen Erwähnungen der St. Veits-/Liebfrauenkirche nicht vor. Für den Dom findet sie sich häufig.

(1.2.) Urkunden:
Gründung der Stephanipfarrei:
Die Urkunde von 1139 (BUB Nr. 32) über die Einrichtung der neuen Pfarrei auf dem Stephaniberg regelt auch deren Verhältnis zu der anderen, höherrangigen, schon bestehenden Pfarrkirche: «Sinodali … ad ecclesiam sancti Viti, que est forensis agregentur» („Die Synodalen sollen sich zu/bei bei der Marktkirche St. Veit versammeln“).7.a
1220:
Im Jahr 1220 schrieb Papst Honorius dem Pfarrer zu St. Marien in Bremen, «plebano sanctae Mariae Bremensis». Damit erscheint im Jahr nach dem Amtsantritt Erzbischof Gerhards II. erstmals das Marienpatrozinium für diese Pfarrkirche (BUB Nr. 120).6.a Nicht abwegig ist die Vorstellung, Gerhard II. habe etwa um dieselbe Zeit mit dem Ersatz des Vorgängerbaues durch die heutige frühgotische Vierstützenhalle begonnen, zumal seine Schwester als Äbtissin der Reichsabtei Herford den stilistisch ähnlichen Bau des Herforder Münsters initiierte.7.b

(1.3.) Dilich-Chronik:
Demgegenüber setzte die Darstellung Wilhelm Dilichs als Bauzeit der damals (wie heute) aktuellen Kirche8 («templum beatae Virginis … », „mit zwei Türmen geschmückte Kirche der heiligen Jungfrau“) die Errichung durch drei fromme Brüder im Jahr 1160 an.
Aussagen dieses kleinen Bildbandes, die Weserbrücke bei Bremen habe es im 14. Jh. noch nicht gegeben, S. 100 -101: «Anno1339 cum de trajecto propè civitatem (pontem enim nondum habebat)», „Im Jahre 1339 mit von der Fähre (die Brücke gab es nämlich damals noch nicht)“, widersprechen urkundlichen Erwähnungen der Brücke ab kurz vor Mitte des 13. Jahrhunderts:
Bremisches Urkundenbuch. [Urkunden bis 1300] 1. Band [1863], Lieferung 2-37:
S. 262, Nr. 226, April 1244, bestätigt den Verkauf von Landbesitz, „jene Güter jenseits der Brücke bei Bremen“, «bona illa, que habuimus in Nova terra trans pontem prope Bremam»,
S. 284 f., Nr. 246, 1250 „den Müllern der Stadt Bremen, dass sie die zu beiden Seiten der Brücke in der Weser gelegene Insel …“, «molendinaris civitatis Bremensis pro eo, ut insulam ex utraque parte pontis Bremensis in Wisera sitam … anno gratie M. CC. L.» Das weckt allgemeine Zweifel an seinen Datierungen.

(1.4.) Fazit:
Teilweise durch unkritisches Abschreiben von Autor zu Autor wurde hinsichtlich der Liebfrauenkirche also die Bezeichnung in einem 1075/76 geschriebenen und 1081 endgültig abgeschlossenen Text, für ein Gebäude aus dem ersten Drittel des 11. Jahrhunderts, schließlich zur Typisierung eines mutmaßlich achtzig Jahre später errichteten Nachfolgebaues verwendet. Das war weit entfernt von einer wissenschaftlichen Auswertung historischer Zeugnisse.


Baubefunde

(2.1.) Vorbemerkungen:

1959/60 wurde fast der gesamt Putz im Kirchenraum von Unser Lieben Frauen entfernt. Die Maßnahme wurde vom Denkmalschutz kritisiert, weil damit die Möglichkeit vergeben wurde, unter dem einheitlich weißen Anstrich verborgene Reste mittelalterlicher Wandmalereien sichtbar zu machen. Andererseits sind seither Hinweise zu Konstruktion und Baugeschichte in seltener Klarheit offengelegt.

Da durch die jahrhundertelange Nutzung des Fußbodens der Liebfrauenkirche zusammen mit dem umgebenden Kirchhof als wichtigster Begräbnisplatz Bremens die meisten archäologischen Spuren unter der Kirche beseitigt worden sind und bei Baumaßnahmen wie der Anlage der Fußbodenheizung nicht das Optimum an Untersuchung der Fundamente geleistet wurde, sind die einzigen Orte möglicher Hinweise auf Vorgängerbauten der heutigen Kirche Beinkeller und Südturm.


(2.2.) Technische Untersuchungen:

Dank der Initiative Professor Georg Skaleckis wurden 2020 dendrochronologische Untersuchungen zu den großen mittelalterlichen Erweiterungen der Liebfrauenkirche durchgeführt. Demnach wurde das äußere Südschiff 1343 angefügt und 1461 der bis dahin wohl einjochige Chor durch den heutigen dreijochigen Langchor ersetzt.9 Dabei wurde auch das östliche Kalottendreieck des mittleren Ostjochs der Vierstützenhalle erneuert, erkennbar am verglichen mit den frühgotischen Gewölbeschalen kleineren Backsteinformat. Für die Abtragung der Apsiden an den Ostenden der Seitenschiffe konnten verständlicherweise keine Dendrodaten erhoben werden.

(2.3.) Grundriss:

Lage und Ausdehnung des Apsisanschlussbogens in er Ostwand des Nordschiffs passen nicht zu einer auf den Mittelpfeiler gestützten Arkade einer querschifflosen Basilika, wie dies 1997 von Uwe Bölts angenommen wurde. Wäre der südöstliche Eckpfeiler der Vierstützenhalle so schlank wie der nordöstliche, so würde er die rechte Senkrechte des südlichen Apsisbogens nicht verdecken. Hier ist also mit einem der in der mittelalterlichen Architektur nicht seltenen Fall einer ungenauen Planung zu rechnen.(s. u.)
Die Apsisanschlussbögen in den Ostwänden der Seitenschiffe harmonieren in ihrer feinen Werksteinverarbeitung mit Pfeilern, Jochgrenzen und Rippen des Gewölbes, auch mit der Außenstufe des Anschlussbogens des vorderen Westjochs. Jedoch waren sie, soweit am nördlichen der beiden Bögen rekonstruierbar, nur leicht angespitzt. Allerdings ist auch der östliche der breiten Bögen, die zunächst das Erdgeschoss des Nordturms mit der Halle verbanden, nur leicht angespitzt, die zugehörigen Schildbögen rund. Der ehemalige südliche Anschlussbogen wurde neugotisch ersetzt, als das Turmerdgeschoss 1924 ein eine Heldengedenkkapelle verwandelt wurde.
Rundapsiden an Kirchenräumen der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit gotisch-spitzbogigen Rippengewölben gibt es im Wesertiefland auch in in der Stiftskirche Bassum und der Klosterkirche in Barsinghausen am Deister. Drei Apsiden wurden für den ab etwa 1229 errichteten Erstbau der Bremer Martinikirche ergraben,10.b der zwar eine Basilika war, deren Mittelschiffsgewölbe, sechsrippige Doppeljoche, aber weitgehend erhalten blieben, als man sie laut Renner-Chronik11 1376–1384 zur Hallenkirche umbaute.
Folglich sind die Apsiden an den Ostenden der Seitenschiffe von Unser lieben Frauen schon der frühgotischen Hallenkirche zu zu rechnen.


Unser Lieben Frauen: Grundriss der frühgotischen Teile,
Naturstein in Wänden des oberirdischen Kirchenraums grün


 

Stiftskirche Bassum: Kreuzrippen-
gewölbe und Rundapsis


St. Marien, Barsinghausen: Kreuz­rippen­gewölbe und Rundapsiden

St. Martini, Bremen, nach Siegfried Fliedner, 1959,
mit Erlaubnis der Bremer Stadtarchäologie


(2.4.) Fenster:

Das einzige original aus dem 13. Jahrhundert erhaltene Fenster liegt in der Nordwand des Nordturm-Erdgeschossen, ist rundbogig und nicht sehr groß. Die beiden Portale der Nordwand, das offen erhaltene im westlichen Joch und das zum Schiff hin vermauerte im mittleren Joch sind ebenfalls rundbogig (wie allerdings auch das Nordportal der Marburger Elisabethkirche, also eines Vorzeigebaues der Gotik). Die spitzbogigen Schallöffnungen des Nordturms sind zwar auch bauzeitlich, können aber zehn oder zwanzig Jahre jünger sein, als Turmerdgeschoss und Schiff. Es ist daher durchaus möglich, dass der Erstbau ungeachtet seiner gotischen Gewölbe nach gängiger Terminologie heute als spätromanisch klassifiziert würde.

Die hohen Schiffsfenster wurden in der Spätgotik stark vergrößert. Im 19. Jahrhundert wurden im Zusammenhang mit der Abtrennung des äußeren Südschiffs und seiner Aufteilung in ein Erdgeschoss mit Gemeinderäumen und den darüber liegenden Christopherussaal auch die Sohlbänke der südlichen Fenster des Schiffs angehoben. Das vordere Westjoch der Liebfrauenkirche hatte aus dem Mittelalter ein großes Spitzbogenfenster, dessen Maßwerk eine nachträglich sehr hoch eingezogene Holzdecke (Empore?) berücksichtigte. Das heutige Rosenfenster wurde erst 1892 von Max Salzmann angelegt, in Verbindung mit dem vorher nicht vorhandenen Westportal zwischen den Türmen.


Schiff und Turm von Norden

Westseite vor 1893

Westseite heute

(2.5.) Nordwand innen:

Das Natursteinfeld des auf dem Beinkeller stehenden Abschnitts des Nordwand wurde oben teilweise nachträglich durch eine zeitweilige Absenkung der Sohlbänke der hohen Fenster begrenzt. Das Material ist rechts unten in einem großen rechteckigen Areal Feldstein von ziemlich kleinen Formaten. In einem Streifen geringer Höhenausdehnung darüber und im mittleren Schiffsjoch bilden leidlich behauene Sandsteinquader das Material, dazu gehört ein Giebelchen, dessen Lage zu dem innen vermauerten, außen aber trotzdem mit einer Tür versehenen Portal in der Nordwand passt, das aber wesentlich feiner gearbeitet ist.


Kollage: Nordwand und Beinkeller

Sandstein und Feldstein über dem Beinkeller

(2.6.) Nordfassade:

Auf der Außenseite ist die Wand in ihrem unteren Drittel über dem Beinkeller etwas rauer und dunkler als in ihren übrigen Teilen. Vordergründig mag man diesen Bereich für älter halten als die übrige Außenhaut, geringfügig älter mag sie hier auch sein. Aber zum Vergleich zeigt sich an West- und Nordwand des Turms der Andreaskirche in Verden, dass sich dort raueres und glatteres Wandmaterial in übereinander gelegenen Wandbereichen in einer Weise abwechselt, die nicht auf eine Zeitabfolge deutet, sondern auf wechselnde Lieferungen geologisch unterschiedlicher Chargen.
Bei der Betrachtung der Nordwand in ihrer Gesamtheit ist eine senkrechte Baunaht an der Stelle zu erkennen, wo die Ecke einer zum Beinkeller gehörigen Außenwand anzunehmen ist. An dieser Baunaht wechselt die Form des Sockels und wechseln die Lagen waagerechter Fugen. Die Baunaht für in das mittlere Schiffsfenster. In diesem setzt sie sich insofern fort, als die etwa in halber Fensterhöhe gelegene niedrige Steinlage östlich des Fensters einen bläulichen Farbton hat und einen schrägen Rücksprung bildet, westlich hingegen einen gelblichen Farbton und keinen Rücksprung. Eine Quaderbreite westlich der östlichen Lisene des Nordturms endet diese Steinlage ganz. Stattdessen beginnt dort etwa einen halben Meter tiefer das erste Etagensims des Turms. Zwischen den drei Schiffsfenstern und zwischen dem westlichen und der Turmlisene gibt es keinen Unterschied zwischen dem Mauerwerk über und unter der niedrigen Steinlage. Das widerlegt die Annahme, diese Steinlage sei die Spur einer alten Traufe.

Oberhalb der Fenster gibt es keinen Unterschied zwischen Ost- und Westhälfte der Wand. Diese Befunde passen zu einem Baubeginn der Außenhaut an zwei verschiedenen Stellen, eine am Beinkeller, wo schon ein Mauerkern vorhanden war, und eine am Turm. Nachdem beide Flächen bis zur halben Fensterhöhe verblendet waren, wurde der obere Teil der Außenhaut zusammenhängend errichtet. Östllich des östlichen Schiffsfensters unterhalb der niedrigen Steinlage sind die Quader der Verblendung tendenziell kleiner, so als habe man hier Restmaterial verwendet.


Nordfassade mit Turm und Chor

Andreaskirche in Verden:
Sandsteingeschosse des Turms,
Wechsel unterschiedlicher Rauigkeiten


Nordfassade des Schiffs

Nordfassade mit
Lage von Beinkeller und Naturstein der Innenseite

(2.7.) Nördliche Ostwand innen:

In der Ostwand des Nordschiffs ist der Apsisanschlussbogen aus fein bearbeitetem Sandstein mit Ausnahme des dort angelegten Fensters vollständig erhalten. Der Bogen liegt genau in der Wandebene. Eine Rekonstruktion der oberen Teile beider Bogenschenkel führt zu einer leichten Spitze im Bereich der Engstelle des genasten Spitzbogens der mittleren Bahn. Der Backstein der Wandfläche ist innerhalb des Bogens großenteils neuzeitlich ersetzt, außerhalb großenteils aus dem Mittelalter erhalten.


Ostwand des Nordschiffs

Ostwand des Nordschiffs, Rekonstruktionsversuch des Apsisbogens

Ostfassade des Nordschiffs
(2.8.) Nördliche Ostfassade:

Der untere Teil der Ostwand des Nordschiffs ist durch den containerhaften modernen Gemeindeanbau verdeckt. Im Relief gibt es außer einer unten breiten, ab knapp unter Kämpferhöhe des Fensters schmalen Ecklisene einen leichten Rücksprung der Wandfläche nahe des rechten Fensterbogens verglichen mit weiter außerhalb gelegenem Areal, das außerdem eine hellere Tönung aufweist. Die Grenze liegt oberhalb des Sandsteinbogens im Inneren. Somit mag dieser Rücksprung beim Ersatz der Apsis durch das Fenster entstanden sein.

(2.9.) Ostwand des (inneren) Südschiffs innen:

Der Südöstliche Apsisbogen ist unvollständig; sein rechter Schenkel beginnt am Rand des Ostfensters, aber er verschwindet hinter dem südöstlichen Eckpfeiler. Wäre dieser Pfeiler so schlank wie der nordöstliche, dann würde er nichts vom Apsisbogen verdecken. Aber der Pfeiler, wie alle aus vorbereiteten teilen zusammengesetzt ist breiter, ein Fall der bei mittelaterlichen Bauten nicht ungewöhnlichen ungenauen Planung (s. o.). Links des Fensters ist von der Arkatur des Sandsteinbogens nichts erhalten, von der zugehörigen Senkrechten liegen die untersten 218 cm (ab unterem Altarplateau) vor. Obwohl die Fugen dieses Sandsteinelements schmal und von sorgfältig bearbeiteten Kanten begrenzt sind, ist die Oberfläche der Steinblöcke grob bearbeitet und rau. Offensichtlich stand der Stein hier etwas in den in den Kirchenraum vor und wurde nachträglich abgearbeitet. Ein ähnliche Bearbeitung mit Hammer und Meißel erfuhr offensichtlich ein Streifen Backsteinwand entlang des oberen Teils der linken Fensterlaibung.


Ostwand bei der Kanzel; und Chor

Ostwand unterhalb der Kanzel

Ostwand oberhalb der Kanzel

Ostwand des inneren Südschiffs

(2.10.) Südliche Ostfassade:

Die Ostfassade des inneren Südschiffs weist keine Zeichen des anhand der Wandinnenseite auch hier anzunehmenden Umbaues auf. Der zwischen innerem und äußerem Südschiff gelegene Strebepfeiler ist (wie auch die südlichen Strebepfeiler des äußeren Südschiffs) auf einer Seite harmonisch mit dem Mauerverband der Wand verbunden auf der anderen neben sehr kleinen Wandquadern. Das lässt argwöhnen, diese Strebepfeiler seien erst nachträglich angefügt.


Ostfassade des inneren Südschiffs
(2.11.) Anschluss des äußeren Südschiffs:

Neben der Basis des westlichen Wandpfeilers in der Südwand der Vierstützenhalle gibt es Sandsteinstücke, deren Flächen zum Kirchenraum grob bearbeitet sind, die von der Pfeilerbasis abgewandte Kontur des linken Sandsteinfeldes ist in der Wand fein modelliert. Über diesen Sandsteinstücken ist der Wandpfeiler in ganzer Höhe von links 40 cm, rechts knapp 54 cm breiten Streifen aus (teilweise bei Renovierung erneuertem) mittelaterlichem Backstein begleitet. Offensichtlich wurde bei dem Wanddurchbruch zum Anschluss des äußeren Südschiffes hinter den Wandpfeilern nicht einfach alte Wand stehen gelassen, sondern ein auf Sandsteinbasen gesetzte Wandstück neu aufgemauert. Diese Sandsteinbasen hatten zunächst dekorativ in das innere Südschiff geragt, aber beim erneuten Verschluss der Wand im 19. Jahrhundert wurden die vorstehenden Teile der Basen weggemeißelt.


Südwestlicher Wandpfeiler mit Resten benachbarter Sockel
 

(2.12.) Südturm:

Von den vier Seiten des Südturms sind heute zwei dem Schiff zugewandt, die nördliche und die östliche. Aufgrund des heutigen Kirchengrundrisses wurde über hundert Jahre lang angenommen, der Turm sein mittig vor den Westgiebel einer einschiffige Kirche gesetzt worden, deren Südwand lagemäßig mit derjenigen der heutigen Vierstützenhalle übereingestimmt habe, und deren Nordwand an den Beinkeller stieß.

Das dem Südschiff zugewandte Mauerwerk weckt Zweifel an dieser These. In der Fläche besteht es aus nur grob quaderförmigen Steinen mit unebenen Oberflächen. Die Südkante wird von sorgfältig zubereiteten Quadern gebildet, mit geraden scharfen Kanten und mit auch zum Schiff hin glatten Oberflächen. In gleicher Weise ist die Westwand des Turms gemauert. An der Südkante sind die Eckquader teilweise vom angebauten Organistenhaus verdeckt, aber doch gut zu erkennen. Bei der Verkleinerung des Turmportals durch Max Salzmann 1992 wurden Teile dieser Wand neu gemauert. Die dabei verwendeten Steine sind etwas runder und dunkler als mittelalterliche, aber nicht die rundesten und dunkelsten der ganzen Wand. Der Unterschied zwischen Eckquadern und Flächenmaterial lässt am zweiten Obergeschoss (über dem ersten Etagensims) nach und findet sich an den beiden obersten Geschossen nur noch sporadisch. Wegen der Dächer über der Halle einschließlich äußerem Südschiff ist die Ostseite der Obergeschosse weder vom Straßenniveau des Liebfrauenkirchhofs noch von Rathaus aus zu erkennen. Verglichen mit West- und Nordseite erscheinen die dem vorderen Westjoch in der Kirche zugewandten Nordseiten von erstem und zweiten Obergschoss sorgfältiger gearbeitet. Gerade scharfe Kanten weist das erste Obergeschoss hier noch stärker auf als das zweite. Das Etagensims zwischen erstem und zweiten Obergeschoss fehlt, dasjenige zwischen zweitem und dritten wird durch eine dunkelfarbige flache aber nicht vorstehende Steinlage vertreten.

Wo immer ein vierkantiger Kirchturm an ein Kirchenschiff gebaut ist, sind für seine Seiten (unterhalb der Freigeschosse) drei ähnliche Gestaltungen zu erwarten, nämlich für die freiliegenden Außenwände, und eine andere nämlich für bauzeitlich die dem Schiff zugewandte Wand. Am Südturm von Unser Lieben Frauen ist diese andere Seite die Nordseite. Das führt zu einem völlig anderen Zusammenhang von Schiff und Turm, als bislang angenommen. Die Oberfläche ist nicht roh gelassen, wie für eine an eine bestehende Mauer stoßend zu erwarten.

Die besonders sorgfältige Bearbeitung lässt die Südwand des ersten Turmgeschosses (die des Erdgeschosses ist durch Umbau verschwunden) als Teil der südlichen Innenwand des Kirchenschiffs erscheinen, einer Kirche, die laut chronikalischer Nachricht überwiegend aus Holz errichtet wurde. Das zweite Obergeschoss mit seinem eingezogenen Sparfeld, das oben durch ein Bogenfries begrenzt ist, dürfte oberhalb der Traufe des Schiffs errichtet worden sein. Denkbar ist, dass anlässlich des Turmanbaues das Schiff der Kirche nach Westen verlängert wurde. Die vorliegende Arbeit soll den bisher zu dieser Kirche publizierten blumigen Spekulationen keine weitere hinzufügen.


Ostwand des Südturms
unter der Orgel

Südturm von Südwesten
 

Westseite des Südturms
 

Nordwand des Südturms
zum vorderen Westjoch

Im obersten Vollgeschoss zeigte der damalige kirchliche Denkmalschützer Thilo Wichman 2020 Herrn Professor Skalecki Hitzeschäden auf der Innenseite der Südwand. Passend dazu ist die Außenseite dieser Wand mit Backstein ausgebessert. Nach einem Fotogramm ließen sich eine Länge der Steine von etwa 30 cm errechnen und Höhen von (8-} 8,5 cm. Da die romanischen Teile von Dom (1170er Jahre), St. Johannis (1170er Jahre), und St. Andreas in Verden, von St. Osdag in Mandelsloh („2. Hälfte 12. Jh.“) aus deutlich kleineren Backsteinen (≤ 28 cm lang, ≤ 7 cm hoch) errichtet sind, diejenigen von St. Marien in Osterholz (1186–1197) aus etwas kleineren (27–28 cm x 7,5–8 cm), ist diese Reparatur am ehesten auf um 1200 einzuschätzen.


Südturm, (Foto aus Schallluke des Nordturms)

(2.13.) Beinkeller:

Wenn der Turm südlich an das Kirchenschiff gebaut wurde, ist dessen südliche Begrenzung und dessen Gesamtausdehnung wesentlich weiter nördlich anzusetzen, als bisher angenommen. Damit kommt der Beinkeller großenteils unter dem ersten Kirchenschiff zu liegen. Da es außer auf dem Beinkeller kein altes Mauerwerk der Nordwand gibt, ist aber keine geradlinig gemauerte Nordwand im Verlauf der heutigen anzunehmen. Wegen der vielen schiefen Winkel im heutigen Grundriss ist auch unklar, wie die Südseite des alten Kirchenschiffs in östlicher Verlängerung der Nordseite des Südturms verlief.

Der Beinkeller weist zwar kein plastisches Dekor auf, aber die Wandflächen sind großenteils sorgfältig gearbeitet. Die weniger feinen Gewölbe können verputzt gewesen sein. Sechs der acht Wandpfeiler, nämlich alle an Nord- und Südwand weisen eine Stufung auf, die einen gewissen architektonischen Anspruch andeutet. Damit kann der Keller ein durchaus öffentlich vorzeigbarer Raum gewesen sein. Bauzeitlich war er mit zwei Pforten ausgestattet, die einander gegenüber in der Westwand seines nordwestlichen und der Ostwand seines nordöstlichen Joches lagen. Damit war er technisch für die Durchleitung eines Besucherstroms oder von Prozessionen geeignet, wie dies bei Krypten mit Reliquien üblich war. Nach der sorgfältigen Recherche Uwe Bölts' gibt es allerdings wohl keine Überlieferung, dass der Beinkeller jemals eine Reliquie beherbergt hat.

Die Südwand des westlichen Jochs zeigte eine spätgotische Kalkmalerei, die durch eine später eingefügte, inzwischen aber wieder vermauerte Pforte gestört ist.

Der Zugang durch eine niedrige Tür im westlichen Joch der Nordwand, im 19. Jahrhundert zu einem Kohlenschacht umgebaut, ist im Beinkeller als nachträgliche Veränderung zu erkennen, in der Nordfassade aber bauzeitlich.


Westjoch des Beinkellers nach Norden

Nordostjoch mit Außenzugang des 13. Jh.

Säule unter dem nordöstlichen Pfeiler der Vierstützenhalle

Südostjoch: ehem Ostpforte hinter Epitaph

Südwestjoch: vermauerte Westpforte

Südwestjoch: Wandgemälde und zwischenzeitliche Südpforte
(2.14.) Gewölbe der Vierstützenhalle:

Kern des Kirchenraums ist eine etwa 27 m lange und 23 m breite größtenteils etwas schiefwinklige Vierstützenhalle mit domikalen Rippengewölben. Pfeiler und alle Arten von Rippen und anderen Bögen sind aus Sandstein, die Gewölbeschalen aus Backstein.
Vierstützenhallen werden seit Wolfgang Götz' Zentralbau und Zentralbautendenz in der gotischen Architektur. (Gebr. Mann, Berlin 1968) gerne als Form des Zentralbaues gesehen. Ein Kriterium dafür erfüllt die Liebfrauenkirche: Die Bögen zwischen in Nord-Düd-Richtung aneinander stoßenden Jochen gleichen völlig denen zwischen in Ost-West-Richtung aneinander stoßenden Jochen. Aber die Joche sind durch unterschiedliche Rippenausstattung gewichtet. Dabei gibt es eine Steigerung von der Nordwestecke zur Südostecke. Am einfachsten aufgebaut sind die mittleren Joche aller vier Rechteckseiten und das nordwestliche Eckjoch, sie haben nur vier Diagonalrippen, die zu einem zapfenförmigen Schlussstein zusammenkommen. Die mittlere Rangstufe bildet eine diagonale Reihe von drei untereinander gleichartig gestalteten Jochen: das nordöstliche, das zentrale und das südwestliche. Sie haben acht Rippen, einen Scheitelring, der von den Diagoalrippen gekreuzt wird, und einen zapfenförmigen Schlussstein. Am aufwändigsten ist das Südostjoch; zusätzlich zum Rippensystem der mittleren Diagonalreihe ist es innerhalb des Scheitelrings mit vier lilienförmigen Palmetten geschmückt. Allerdings erscheint das Südostjoch als technisch misslungen, seine vier Quadranten haben unterschiedliche Reliefs, sodass der Scheitelring in einer Weise schief hängt, die nicht beabsichtigt wirkt. Eine Sonderstellung neben dieser Rangfolge nimmt das vordere Westjoch ein; es hat zwar nur vier Rippen, aber einen Scheitelring und innerhalb dessen vier kolbenartige Verzierungen.
Die Mauerwerke aller Joche, auch solcher mit gleichartigen Rippensystemen zeigen eine beachtliche Vielfalt zwischen ringfömigen und Schwalbenschwanz-Anordnungen. Das lässt erwägen, Liebfrauen habe als Versuchsfeld für die Einwölbung der Seitenschiffe des Doms gedient.


„Oben“ verziertes Südostjoch,
„unten“ drei achtrippige Joche ohne Zierrat


„Oben“ Südwestjoch, "unten" rechts verziertes Joch,
ganz links schlichtes Nordwestjoch

 

Zentraljoch wie Südwestjoch achtrippig aber ungeschmückt

Geschmücktes Südostjoch, ungeschmücktes Zentraljoch,
"unten" links der Mitte das ebenfalls achtrippige Nordostjoch

 

(2.15.) Nordturm

Erdgeschoss des Nordturms:

Das Erdeschoss des Nordturms wurde 1924 zu einer (im 21. Jahrhundert pazifistisch umgestalteten) Heldengedenkkapelle umgebaut. Dabei wurde eine halboffene Arkade zu dem unter der Empore im vorderen Westjoch eingerichteten Windfang angelegt, das Gewölbe und der südliche Schildbogen erneuert, und die Kapitelle der beiden südlichen Eckpfeiler. Der Vergleich aller vier Eckpfeiler zeigt, dass dieser Raum zunächst sowohl zum Nordschiff (wo man den vermauerten Verbindungsbogen erkennt) als auch zum vorderen Westjoch hin offen war: Der nordwestliche Pfeiler besteht nur aus einem Rundstab als Vorlage für die Rippe und zwei rechteckigen Elementen als Vorlagen für die Schildbögen an den beiden Außenwänden. Die beiden benachbarten Pfeiler haben an der Außenwand ebenfalls nur ein eckiges Element, an der Innenwand aber deren zwei, eines als Vorlage für einen Schildbogen und eines für den Verbindungsbogen. Der Pfeiler an der Innenecke des Turms hat an beiden Wänden je eine Vorlage für einen Schildbogen und eine für einen Verbindungsbogen.br />

Vermauert wurden die Bögen wohl im 14. Jahrhundert, als der Rat begann, das Erdgeschoss des Turms als Trese zur Aufbewahrung wichtiger Urkunden zu nutzen.

Das romanische Portal, das die Arkatur „stört“ wurde erst in der frühen Neuzeit dorthin versetzt. Es gehörte zu einer kleinen Treppe, die, auf dem Gewölbe geführt, vom ersten Obergeschoss des Turms hinab auf eine damals neu angelegte Empore führte. Das Obergeschoss wurde durch eine Treppe in der doppelt dicken Nordwand des Turmerdgeschosses erreicht, deren Lage in dem Plan von 1765 angedeutet ist, der vor allem der Dokumentation der Gräber diente.

Nordostjoch mit vermauertem Rundbogen
zum Erdgeschoss des Nordturms



Nördlicher Schildbogen


Östlicher Bogen


Südlicher Bogen


Westlicher Schildbogen


Nordwestpfeiler

Nordostpfeiler

Südostpfeiler

Südwestpfeiler

Erstes Freigeschoss (zweites Obergeschoss) des Nordturms:

die Nord- und Westfassaden des ersten Freigeschosses dieses im Übrigen mit Sandstein verblendeten Turms bestehen abgesehen von den Ecklisenen aus glasiertem Backstein. Obwohl dieser ein vergleichbar teures Material war, wurden dies Wandflächen lange Zeit als Produkt einer Reparatur angesehen. Genau Betrachtung lässt jedoch unter dem Gesims, mit dem diese Etage beginnt, eine niedrige Ausgleichsschicht ebenfalls aus glasiertem Backstein erkennen, die sich bis an die Westseite des Turms fortsetzt, wo das Geschoss selber eine Sandsteinfassade hat. Das erweist auch die großen Backsteinflächen als bauzeitlich und geplant. Der durch das Querdach über dem vorderen Westjoch den Blicken entzogene östliche Teil der Nordwand dieses Geschosses hat eine Oberfläche aus unglasiertem Backstein.


Nordturm von Nordosten

Nordturm von Nordwesten

Nordturm von Nordwesten, Detail
Die Ausgleichsschicht setzt sich mit geringem Höhenversatz an der Basis der Giebeldreiecke des Nordschiffs fort, dort aus unglasiertem Backstein. Diese Giebeldreiecke sind oberhalb eines Sandsteinsimses ebenfalls aus Backstein, dabei im Unterschied zu denen der Südseite schmucklos.


(3.) Fußnoten

1 – Historische Gesellschaft des Künstlervereins: Denkmale der Geschichte und Kunst der Freien Hansestadt Bremen (1876),
Zweiter Theil: Die Pfarr- und Ordenskirchen (Wilhelm von Bippen)
S. 7 ff.: Die Kirche Unser Lieben Frauen.

2 – Architekten- und Ingenieur-Verein: Bremen und seine Bauten (1900):
Die alten Kirchen (Ernst Ehrhardt, Dombaumeister)
S. 93 ff.: Die Liebfrauenkirche

3 – Rudolf Stein: Romanische, Gotische und Renaissance-Baukunst in Bremen
S. 75-104: Die St. Veit-Basilika und Unser Lieben Frauen Kirche

4 – Uwe Bölts: Die Baugeschichte der Liebfrauenkirche in Bremen (Magisterarbeit Hamburg)
in: Kunstchronik – Monatsschrift für Kunstwissenschaft, Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, 1993, Heft 8

5 – Uwe Bölts: Die Baugeschichte der Liebfrauenkirche
in: Dietmar von Reeken (Hrsg.): Unser Lieben Frauen – Die Geschichte der ältesten Kirchengemeinde Bremens von den Anfängen bis zur Gegenwart,
Edition Temmen, 2002, S. 185–259

6 – Bernhard Schmeidler (Hg.): Adam von Bremen: Adam von Bremen: Hamburgische Kirchengeschichte («Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum»)
6.a – Liber I, Cap. XVIII, Willericus (S. 24/25), im Text verlinkt
6.b – Liber II, Cap. XXXIII, Libentius (S. 93/94), im Text verlinkt
6.c – Liber II, Cap. XLVII–XLVIII, Unwan (S. 107–108), im Text verlinkt

7 – Bremisches Urkundenbuch, Urkunden bis 1300:
7.a – S. 37–39, Urkunde Nr. 32, 1139, im Text verlinkt
7.b – S. 143, Urkunde Nr. 120, 1229, im Text verlinkt
7.c – S. 262, Urkunde Nr. 226, April 1244, im Text verlinkt
7.d – S. 284 f., Urkunde Nr. 246, 1250, im Text verlinkt

8 –Wilhelm Dilich:
URBIS BREMÆ ET PRÆFECTURARUM QUAS HABET TYPUS ET CHRONICON, S. 33/34, im Text verlinkt

9 – Georg Skalecki: Die Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen – Ein frühgotischer Zentralbau von 1220
in: INSITU. Zeitschrift für Architekturgeschichte, Jg. 12 (2020) und in Denkmalpflege in Bremen, Nr. 18 (2021), S. 8–43, darin S. 36

10.b – Siegfried Fliedner et al.: Bremer Kirchen (1961),
S. 88 u. 93 Grabungsskizzen der St.-Martini-Basilika, aber ohne wissenschftlichen Bericht.
10.a – Fliedners älterer Bericht im Bremischen Jahrbuch Bd. 44 (1955) erwähnt die Apsiden noch nicht. Dort steht auf S. 309, dass die Querrippen der Doppeljoche des Mittelschiffs beim Umbau zur Hallenkirche unten gekappt wurden, diese Gewölbe mithin von der Basilika übernommen wurden. Dem entspricht auch der Stilunterschied zu den Rippen der für die Hallenkirche neu errichteten Gewölbe: Rundstab vs. Birnstab.

11 – Johann Renner: Chronika der Stadt Bremen (PDF),
Teil 1 („Dat erste deil“), fol.288v (Transkript S. 314)
„Anno 1376 … Dessulven jars beginde her Arndt Doneldei rathman ot Bremen, s. Martens kercken to buwen, und buwede in 8 jaren rede, … “

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